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Dach


Der obere Abschluß eines Gebäudes, der sich aus einer tragenden Konstruktion, dem Dachstuhl oder Dachwerk, und der überdeckenden äußeren Schicht, der Dachhaut, zusammensetzt. Das Dach hat die Aufgabe, gegen Witterungseinflüssen zu schützen und darf daher bei keinem Gebäude fehlen. Die Gestaltung des Daches ist abhängig von den Witterungsbedingungen und unterliegt zum Großteil landschaftlich-kulturellen Gepfogenheiten, die sich auch aus vorhandenen Deckungsmaterialien ergaben. In der Moderne wird die Dachausformung vielfach auch neue Materialien und eine dadurch möglich werdende Freiheit der Gestaltung bestimmt.

Dachboden


Der durch die Dachkonstruktion umschlossene Raum. Der Dachboden wurde früher als Speicherraum für Vorräte benutzt. Die Funktion des „Speichers“, also des Lagerns von Lebensmitteln, ist im Laufe der Zeit verlorengegangen. Der Dachboden bietet jedoch nach wie vor breite Lagerungs- oder Abstellmöglichkeiten. Eine weitere Funktion des Dachbodens liegt der Wohnnutzung, vor allem bei einer Mansardenkonstruktion (Mansarde). Auch bei anderen Dachformenbietet eine dementsprechend ausgebildete Dachkonstruktion die Gelegenheit, weiteren Wohnraum zu erschließen.

Dachdecker


Handwerker, der Dächer deckt und repariert. Seit dem 13. Jahrhundert ist eine gewerbsmäßig organisierte Dachdeckertätigkeit belegt, vermutlich gemeinsam mit anderen Handwerkerverbänden. In Österreich stammt die älteste Dokumentation des Dachdeckerhandwerks aus dem Jahre 1437, wo zum ersten Mal die Bezeichnung Ziegeldecker erscheint. In diesem Jahr läßt sich auch der erste Ziegeldecker in Wien, Hans Schechinger, namentlich gelegen. Ein eigener Dachdeckerverband besteht seit Ende des 16. Jahrhunderts. Noch im 19. Jahrhundert wurde dabei unterschieden zwischen Ziegeldecker und Schieferdecker. Letzterer konnte seine Beschäftigung frei ausüben, während der Ziegeldecker sich einer theoretischen und praktischen Meisterrechtsprüfung zu unterziehen hatte. Heute gibt es in Österreich rund 800 Dachdeckerbetriebe.

Dachdeckung


Bezeichnet sowohl den Vorgang de Dacheindeckens als auch die Witterungsbeständige Dachhaut, Welche auf die Dachkonstruktion aufgebracht wird. Der Begriff Dachdeckung bezieht sich nicht auf die Abdichtung eines Flachdaches. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Dacheinddeckung. Sie hingen und hängen zum Teil noch von lokalen Materialgegebenheiten ab. Steinplattendächer treten vor allem im Mittelmeerraum auf, während Holzbretter oder Schindeldächer in waldreichen Gegenden vertreten sind. Die Schiefergesteindeckung ist vor allem am Mittelrein und in England vertreten. Am häufigsten verwendet werden der Betonstein und der Tonziegel sowie Eternit®. Doch es gibt woch nichts, was nicht zu irgendeiner Zeit irgendwo auf der Welt als Dachdeckungsmaterial verwendet worden wäre. Blätter und Erde, Pappe und Glas, Vergoldungen oder aufgeschnittene Blechtonnen.

Dacheinbauteil


Vorgefertigte Dach und Zubehörteile, wie zB Scheenfangvorrichtungen, Wartungswege und Absturzsicherungen, die einer funktionalen Ergänzung der Dachdeckung dienen.

Dachfenster


Dienen der Belüftung und Belichtung eines Dachbodens oder einer Dachwohnung. Sie können als Dachflächenfenster auftreten oder als Aufbauten mit einer Dachausformung. Letztere werden als Gaupen oder Gauben bezeichnet; die Fensterscheiben stehen dabei senkrecht. Die Schleppdachgaupe besitzt eigene Seitenwände und eine Dachfläche mit geringerer Neigung als die Gesamtdachfläche. Auch die Satteldach- und die Walmdachgaupe haben eigene Seitenwände und ein eigenes Sattel- bzw. Walmdach. Der First des Dachfensterdaches steht im rechten Winkel zum First des Gesamtdaches. Bei der Hecht- oder Fledermausgaupe erscheint die Bedachung des Dachfensters als Wölbung der Gesamtfachfläche, deren Ausformung bei der Napoleongaupe die Form eines Dreispitzes erhält.

Dachhaut


Regensichere, überwiegend flächiger Bauteil mit den zugehörenden An- und Abschlüssen sowie den Ausbildungen von Durchdringungen und Fugen.

Dachkonstruktion


Das Traggerüst des Daches, das zum Großteil aus Holz gefertigt wird. Man unterscheidet zwischen dem Sparrendach und dem Pfettendach. Zur Dachkonstruktiongehören die Sparren als Träger, das Unterdach (Unterspanntafeln), die Konterlatten (verlaufen in gleicher Richtung wie die Sparren) und schließlich die Dachlatten, die zur Befestigung der Dacheindeckung dienen. Darüber hinaus gehören auch Wärmedämmung und Deckenverkleidung zu einer modernen Dachkonstruktion.

Dachlatten


Äußerer Teil der Holzkonstruktion des Daches, auf der die Dacheindeckung befestigt, das heißt genagelt, eingehängt oder verklammert wird. Der Abstand der Latten zueinander und ihr Querschnitt hängen vom Deckungsmaterial ab.

Dachneigung


Der Winkel, den die Dachschräge im Verhältnis zur Waagrechten bildet.

Deckrichtung


Bei einigen Deckungsarten wir die Deckrichtung durch die Hauptwetterrichtung bestimmt. Bei der Rechtsdeckung erfolgt die Eindeckung von links nach rechts; die Hauptwetterrichtung liegt in diesem Fall rechts vom Beschauer (Blick von der Traufe zum First). Die Linksdeckung erfolgt dagegen von rechts nach links.

Dachrinne


Konstruktion zum geordneten Auffangen und Ableiten vom Wasser, die aus Holz, Metall oder Kunststoff besteht. Je nach Anbringen der Rinne unterscheidet man die unterhalb der Traufe befestigte Hängerinne. die auf dem Dach liegende Saumrinne, die Einbaurinne zwischen zwei anstoßenden Dächern und die auf dem Dachboden verlaufende Bodenrinne.

Dachschalung


Begehbares Dachelement auf der Oberseite der Sparren.

Dachstein


Betondachsteine werden seit etwa 150 Jahren aus natürlichen und leicht verfügbaren Rohstoffen hergestellt, was eine kostengünstige Produktion bewirkt. Betondachsteine werden im Strangpreßverfahren aus Zement und Bindemitteln hergestellt und in Härtekammern ausgehärtet. Sie sind wasserundurchlässig und frostbeständig, ihre Oberfläche kann glatt, rauh oder glasiert sein. Dachsteine aus Beton werden in einer Vielfalt von Modellen und Farben in profilierter Ausführung angeboten, in nicht profilierter Ausführung als Biberdachstein (Biberschwanz) und Wiener Tasche. In der Umgangssprache wird der Begriff Dachstein oft gleichbedeutend mit Ziegel verwendet.

Dachstuhl


Die Dachhaut tragende Holzkonstruktion (Dachkonstruktion). Offene Dachstühle, das heißt Dachkonstruktionen, die vom Nutzungsraum eines Gebäudes her sichtbar bleiben, werden bei Wohnräumen kaum eingesetzt. Man findet sie bei Nutzgebäuden wie Scheunen oder Remisen und in der modernen Architektur.

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