Turm
Als besondere Dachform überragt die Turmbedachung die umgebende Landschaft oder benachbarte Dächer, steigert noch einmal die Ausmaße des Baues. Der Turm selbst ist ein aufragender Baukörper, dessen Höhendimensionen die Breite und Tiefe, das heißt den Grundriß, bei weitem übertreffen, und der in den meisten Fällen keinen Wohnzweck erfüllt. Die Dachformen sind zwiebel- oder glockenförmig geschwungen, gefaltete Flächen oder kreuzförmig ineinandergreifende Satteldächer, werden geformt wie ein Zelt oder eine Pyramide. In der Antike tritt der Turm vor allem in Zusammenhang mit Befestigungsanlagen, als Uhr- oder als Leuchtturm auf. Im Frühchristentum entwickelt sich über diese Zweckdienlichkeit hinaus eine himmelweisende symbolische Bedeutung des Turmbaus,. Ausgehend vom freistehenden Glockenturm, dem Campanile, entstehen bevorzugt im Mittelalter immer höhere, reichere und im Bauwerk eingegliederte Türme und Turmanlagen. In der Renaissance schmückt der Turm auch repräsentativ Gebäude des Bürgertums. Der Turm wird wegen seiner auftragenden Struktur auch als „Weltachse“ gedeutet, als ein Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Im Leuchtturm eist er Wegweiser und bietet als Festungsturm Schutz. Wenn dies auch nicht seiner wirklichen Funktion entsprach, so wurde im Sprachgebrauch und in der Kunst der Turm zu Babel doch Sinnbild für die Vermessenheit der Menschheit. In der Moderne wird dem Turm eine neue Bedeutung als weithin sichtbares Zeichen eines neuen Zeitalters zugewiesen. Der Eiffelturm demonstriert die Beherrschung neuer Mittel und ist seinerseits wiederum zum Wahrzeichen einer Stadt geworden.