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05.08.2009
Wohnhaus H.P.

Ort: Gallneukirchen
Produkt: Kleinformat
© Architektur: Mag. arch. Peter Schneider
© Fotos: Kurt Hörbst
Fertigstellung:  2008

Jury-Sieger "Das beste Haus 2009"

Objektbeschreibung:

Das dreigeschossige Gebäude besetzt ein schmales, lang gezogenes Hanggrundstück von 336m², südostseitig umfängt es Laubwald, zur Straße im Westen hin fällt es relativ steil ab. Der Baukörper passt sich dem Gelände an und erstreckt sich entlang der Straße über 20 Meter, nordseitig erreicht er eine Breite von 6,30 Metern, südseitig nur 4,11 Meter.
Bei einem Massivbau mit 50 cm starken Ziegeln ergibt dies eine Innenlichte von nur drei Metern. Großzügig dimensionierte Fenster öffnen das Gebäude zum Waldsaum und lassen die geringe Raumbreite vergessen. Sie geben einen Cinemascope-Blick auf das Naturgeschehen am Waldrand, insbesondere auf den eindrücklichen Wechsel der Jahreszeiten frei. Dank seiner bordeauxfarbenen Gebäudehülle fügt sich der Baukörper ruhig in seine Waldkulisse ein.
Das Untergeschoss nehmen Garage, Haustechnik und ein Arbeitsraum in Anspruch, während die beiden Obergeschosse als Wohnbereich der vierköpfigen Familie fungieren. Im ersten Obergeschoss lockt eine waldorientierte Terrasse zum Verweilen unter Bäumen. Das von den Söhnen bewohnte Deckengeschoss nimmt sich südseitig etwas zurück und gibt Raum für eine Dachterrasse mit großzügigem Rundblick in die Mühlviertler Hügellandschaft.
Mit der Besetzung des „schwierigen“, weil schmalen, zwischen Wald und Straße eingeklemmten Grundstücks schließt das frei stehende Gebäude eine gewidmete Baulücke in einer Streusiedlung. Es bedurfte keiner zusätzlichen Erschließungen (Straße, Kanal, …) und ist ein Beispiel für schonenden Umgang mit der knappen Ressource Bauland. Auf das Grundstück stieß Architekt Peter Schneider, als er mit Partner Erich Lengauer das dem Gebäude gegenüberliegende Haus E. umbaute. Für ihr Eigenheim wollte die Familie Schneider bewusst und von vornherein auf Häuslbauer-Rituale wie Rasenmähen verzichten. Gesucht war ein herausforderndes, eng begrenztes Grundstück, das der Architektur ermöglicht, die Qualitäten in den Zwängen aufzuspüren. Gefunden wurde es in Gallneukirchen.
Die schmale Parzelle wurde durch Abänderung des Bebauungsplans zweigeteilt, um zusätzliche Nachverdichtung in der Siedlung zu gewährleisten. Den südlicheren Teil erwarb die Familie Schneider. Für Peter Schneider – Planer und Bauherr in Personalunion – bedeutete dies, im Bauprozess die architektonischen Qualitätsansprüche und die finanziellen Möglichkeiten der Familie unter einen Hut zu bringen.
Der Baukörper beweist, dass sich Lebensraum auch in problematischen Lagen entfalten kann, wenn die Architektur Lösungen anbietet. Im konkreten Fall galt es, trotz der Schmalheit des Grundstückes die familiären Wohnbedürfnisse möglichst ohne Abstriche zu organisieren und die Pluspunkte der Lage (unmittelbare Waldnähe, Naturschauspiel, Fernsicht) in das architektonische Konzept zu integrieren.
Das Gebäude wurde in klassischer Massivbauweise mit Lochfassade errichtet. Ein Werkstoff: Ziegel. Keine isolierenden Derivatschäume. Die Wärmespeicherfähigkeit der 50 cm dicken und innen wie außen verputzten Ziegel wird durch die dunkle Farbgebung der Fassade verstärkt.


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