Eternit
Solar Aktiv Haus

Referenzobjekt

Solar Aktiv Haus

Objektbeschreibung:
Im Auftrag der Firma Sonnenkraft entwickelte der Architekt einen neuen Haustyp, der mit Hilfe von aktiver Solarnutzung die Umweltbelastung gegenüber den Limits des Passivhauses wesentlich reduziert. Ausgehend von der Tatsache, dass die Kilowattstunde im Wohnbau kostengünstig mit aktiven solaren Systemen gewonnen werden kann, setzt dieses Konzept – neben den Einsparmaßnahmen, die dem Passivhauskonzept entsprechen – auf solare Gewinne. Wobei diese solaren Gewinne nicht nur für die Wärmeversorgung (Wasser, Heizung), sondern auch zur Kühlung und Stromerzeugung eingesetzt werden können.

Das Entwurfskonzept:
Im Entwurf war es dem Architekten wichtig, die neuen Techniken jeweils in der optimalen Position anzubringen und das Konzept und die Qualität der Solarstrategien selbst als „Architekturelemente“ zu nutzen. So bezieht das Gebäude selbst klar Position zur Sonne, und zeigt sehr direkt, wo Süden ist und wo Norden.
Für die Solarnutzung kann das „Konzept“ mit folgenden Beispielen beschrieben werden: Das Potenzial der Südseite wird für die einzelnen Solarstrategien unterschiedlich genutzt: z.B. stehen die gleichen besonnten Flächen, die die Wintersonne (passiv) nutzen (nämlich die Südfenster) im Sommer für die Stromerzeugung zur Verfügung. Da die PV Elemente im Winter nur sehr wenig Strom liefern würden, im Sommer aber den Großteil ihrer Produktionspotenzial besitzen (Vergleiche Energie der Sommersonne mit der Wintersonne) so sind sie zur Sommersonne orientiert (flachgeneigt). Außerdem sind sie frei „schwebend“, da die Produktion der PV Elemente von der Temperatur der Elemente abhängig ist und die freie Durchlüftung wesentlich zur Produktionssteigerung beiträgt. Die PV Elemente sind nicht direkt übereinander, sondern nach Norden versetzt angeordnet, da dadurch eine gegenseitige Verschattung (am Vormittag oder Nachmittag) vermieden wird. Die Solarfenster sind größtenteils vertikal angeordnet (zur tief stehenden Wintersonne orientiert), da sie ja nur im Winter (Sonnen-) Wärme liefern sollen. Die Oberlichtfenster im Süden und die am höchsten Punkt liegenden Nordfenster des Wohnraumes bringen Licht aus den höchst gelegenen Punkten des Gebäudes in den Innenraum und nützen damit das Tageslicht bestens. Im Sommer – wenn in unseren Breiten Tageslicht im Überfluss vorhanden ist und wir nicht an Lichtmangel leiden - liefern diese Oberlichten nur diffuses Sonnenlicht, da sie im Norden liegen bzw. voll beschattet werden.
Durch die gewählte Anordnung (Architektur) der PV Elemente und der Südverglasungen nutzt das Gebäudekonzept den wechselnden Stand der Winter- und der Sommersonne ohne sich selbst (oder ihre Elemente) bewegen zu müssen: Die Wintersonne gelangt voll ins Gebäude, die direkte Sommersonne wird gänzlich von den PV Elementen „abgefangen“.
Die thermischen Solarkollektoren sind (da sie umso besser funktionieren, je „wärmer sie es haben“) ins Gebäude integriert. Die Zahl der Kollektoren ist dabei je nach Bedarf der Bewohner und entsprechend dem Standort variabel. Im gegebenen Fall sind – dank Höhenlage und dem spezifischen Standort – relativ gute Solarstrahlungswerte gegeben. (Kärnten, 600m Seehöhe)Wesentlich bei der Entwicklung dieses Haustyps war jedenfalls, dass man sich nicht auf ein rein technisches Konzept und Energielimits reduziert, sondern die Architektur selbst dazu verwendet, um die technischen Systeme so zu optimieren, dass deren Produktion voll genützt wird. (Kostenreduktion im Bau, insgesamt ökologisch bessere Bilanz). Bei der Entwicklung des Gebäudetyps wurde darauf geachtet, dass er nicht nur als Einfamilienhaus, sondern auch als Reihenhaus (verdichteter Flachbau) verwendet werden kann.

Produkt

Dachplatte ED XL Rechteck 40/60, Naturgrau

Architekt

Reinberg ZT GmH, Wien

Bauherr

Sonnenkraft Österreich Vertriebs GmbH, 9300 St. Veit

Fertigstellung

2009

Fotograf

(c) Sonnenkraft